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Kleines 1x1 der Hundeausstellung

Kleines 1x1 der Hundeausstellung

 

Allgemeines

Für den unbedarften Zuschauer sieht es so aus, als müßte man bei einer Hundeausstellung nur ein paar Mal im Kreis gehen und dann etwas stehenbleiben. Damit ist es leider nicht getan. Es geht darum, den Hund in optimaler Verfassung gut zu präsentieren.
Ganz wichtig ist, daß man genau so schnell läuft, daß der Hund trabt. Wenn man zu langsam ist, trottet der Hund gelangweilt rum. Ist man zu schnell, fängt er zu galoppieren - und ein Kromfohrländer evtl. auch das Hochspringen - an. Gefragt ist aber eine freie, raumgreifende Bewegung mit viel Schub und Vortritt.
Wenn man der erste in der Reihe ist, ist es natürlich einfach, weil man die Geschwindigkeit bestimmen kann. Wenn jemand vor einem zu langsam für den eigenen Hund läuft hilft es oft, die ganze Ringfläche zu nutzen (Bis in die Ecken gehen). Das verlängert den Weg und man kann schneller laufen als der Vorgänger. Wenn das auch nichts hilft, besser kurz stehenbleiben (aber nur in Ausnahmefällen).
Der Hund muß sich vom Richter anfassen lassen. Tut er das nicht, wird er disqualifiziert. Das kann man aber z.B. auf dem Hundeplatz oder beim Spazierengehen üben (andere Hundebesitzer bitten, den Hund anzufassen).
Ein weiteres Problemfeld: Zähne zeigen. Viele Richter sind damit einverstanden, daß der Hundhalter dem Hund den Fang öffnet und die Zähne zeigt. Manche Richter bestehen jedoch darauf, dies selbst zu tun. Wenn der Hund hier zickt droht Disqualifikation. Es kann hilfreich sein, den Hund zwischen die Beine zu nehmen. Zähne zeigen kann man auch üben (wenn man genügend mutige Freiwillige findet).
Zum Vorführen im Ring bitte keine normale Leine und kein normales Halsband benutzen. Es gibt spezielle dünne Vorführleinen zu kaufen. Darauf achten, daß die Farbe der Vorführleine zum Hund passt - das ist wichtiger, als eine zur Kleidung passende Leine. Für einen Hund, der am Hals weiß ist, ist eine weiße Leine am besten, die lenkt am wenigsten ab.
Thema Kleidung: Manchen Richtern ist es ziemlich egal wie der Hundeführer daherkommt. Andere Richter legen auf ein gepflegtes Aussehen und zum Hund passende Kleidung (dunkle Kleidung zum hellen Hund, helle Kleidung zum dunklen Hund) sehr viel wert.
Gepflegtes Äußeres beim Hund: Auch hier unterschiedliche Ansichten der Richter. Bei manchen Richtern gewinnt ein mit kiloweise totem Haar behangener Hund, ein anderer Richter hat einer Hündin in die Bewertung geschrieben: Zu stark getrimmt. Viele Richter dagegen erwarten, daß der Hund in optimalem Zustand präsentiert wird. Dazu gehört auch das Entfernen von totem Haar (dies ist keine Manipulation, sondern notwendige Fellpflege). 
Wer einfach so - ohne Vorbereitung - in den Ring geht, darf sich nicht wundern, wenn ihm der Richter eine Abfuhr erteilt. Deswegen üben, üben, üben. Durch eine gute Präsentation kann man viele "Mängel" des Hundes wett machen.
Dazu ist es jedoch notwendig, sich mit dem Standard seiner Rasse zu beschäftigen. Denn nur wer die "Fehler" (im Sinne des Standards) seines Hundes kennt (und kein Hund ist perfekt), kann mit Ausstellungstechnik darauf reagieren.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, es wird nicht hauptsächlich die Optik bewertet. Es kommt nicht nur auf die für jeden Laien leicht zu erkennenden Äußerlichkeiten wie Fellfarbe und Fellänge an, sondern vielmehr auf Kriterien wie Brusttiefe, Winkelung, Proportion, Kopf, Anzahl der Zähne,  Zahnfehlstellungen, Schub, Gangwerk, etc,etc,etc, alles Merkmale, die objektiv abrufbar und meßbar sind.
Natürlich spielt auch der subjektive Eindruck des Richters eine Rolle, Tagesform des Hundes, Pflegezustand, Interesse und Verhalten des Ausstellers, Wesen des Hundes und die Prioritäten des Richters. Erachtet er das Wesen des Hundes wichtiger als das Fell? Sind ihm Gangwerk wichtiger als Zähne?

Natürlich ist der Besuch einer Hundeausstellung für Zwei - und Vierbeiner eine Belastung. Eine belebte  Innenstadt ist eine Belastung, Welpenspieltage oder ein Hundekurs sind eine Belastung, ein Agilityturnier und die Fahrt in den Urlaub sind eine Belastung.
Auf die Belastung kommt es aber gerade an, denn Stress, sofern er für unseren Hund positiv erlebt wird, ist für die erfolgreiche Hundeentwicklung eine entscheidende Voraussetzung!
Auf der Ausstellung sind Frauchen und Herrchen dabei, es gibt diverse Leckerlis als Belohnung und für das Laufen im Ring auch ein dickes Lob - richtig angegangen gehören Besuche auf Hundeausstellungen zu
den besten Übungen für unsere Vierbeiner.

 

Glossar

Im folgenden sollen die auf Ausstellungen häufig verwendeten Fachbegriffe und Abkürzungen etwas näher erläutert werden.
BOB
Best of Breed - Bester Hund der Rasse (Es kann nur einen geben - Rüde oder Hündin). Die Auswahl fällt im Vergleich der erstplazierten Hunde aus den einzelnen Klassen
BOS
Best opposite sex - der beste Hund des anderen Geschlechts (wenn der BOB-Hund eine Hündin ist, ist der BOS-Hund der beste Rüde).
BIGBest in Group - Bester Hund aus seiner Gruppe (FCI - Einteilung). Die Auswahl findet aus den BOB-Hunden der jeweiligen Gruppe statt.
BIS
Best in Show - Bester Hund der Ausstellung. Die Auswahl findet aus den BIG-Hunden, bzw. bei mehrtägigen Schauen zwischen den Tagessiegern statt.
CACIB
Anwartschaft auf den Titel "Internationaler Schönheitschampion"
CAC-VDH
Anwartschaft auf den nationalen Titel "Deutscher Champion (VDH)"
V, SG, G...
Die einzelnen Formwertnoten.

 

Die Klassen

Auf einer Ausstellung werden die Hunde nach Rüde und Hündinnen getrennt in verschiedenen Klassen gerichtet. Die einzelnen Klassen unterscheiden nach Alter und Qualifikation des Hundes.

Jüngstenklasse:
Hunde, die mindestens sechs Monate bis maximal neun Monate alt sind.

Jugendklasse:
Hunde, die am Tag der Zuchtschau mindesten neun Monate und einen Tag und maximal 18 Monate alt sind.

Championklasse:
Hunde, die am Tag der Zuchtschau mindestens 15 Monate alt sind und bis zum Meldeschluß einen qualifizierenden Titel nachweisen können. Solche Titel sind Nationale Championate, aber auch Einzeltitel in den jeweiligen Ländern (in Deutschland: Bundessieger oder VDH-Europasieger)

Ehrenklasse:
Hunde, denen bis zum offiziellen Meldeschluß von der FCI der Titel "Internationaler Schönheitschampion" zuerkannt wurde.

Gebrauchshundeklasse:
Hunde, die eine vom zuständigen Rassehundezuchtverein vorgegebene Arbeitsprüfung erfolgreich abgelegt haben.

Offene Klasse:
Hunde, die am Tag der Zuchtschau mindestens 15 Monate alt sind und in der Champion-, Arbeitshunde- oder Ehrenklasse nicht startberechtigt sind.

 

Formwertnoten und Beurteilung (§ 7 VDH-Zuchtrichter-Ordnung):  

1. Der Zuchtrichter kann die folgenden Formwertnoten vergeben:

Vorzüglich (V)
Sehr Gut (SG)
Gut (G)
Genügend (Ggd)
Nicht genügend (NGdg)
Disqualifiziert (Disq)

In der Jüngstenklasse kann vergeben werden:

Vielversprechend (VV)
Versprechend (V)
Wenig versprechend (WV)

 

"Vorzüglich" darf nur einem Hunde zuerkannt werden, der dem Idealstandard der Rasse sehr nahe kommt, in ausgezeichneter Verfassung vorgeführt wird, ein harmonisches, ausgeglichenes Wesen ausstrahlt, "Klasse" und eine hervorragende Haltung hat. Seine überlegenen Eigenschaften seiner Rasse gegenüber werden kleine Unvollkommenheiten vergessen machen, aber er wird die typischen Merkmale seines Geschlechts besitzen.

 

"Sehr Gut" wird nur einem Hund zuerkannt, der die typischen Merkmale seiner Rasse besitzt, von ausgeglichenen Proportionen und in guter Verfassung ist. Man wird ihm einige verzeihliche Fehler nachsehen, jedoch keine morphologischen. Dieses Prädikat kann nur einem Klassehund verliehen werden.

 

"Gut" ist einem Hund zu erteilen, welcher die Hauptmerkmale seiner Rasse besitzt, aber Fehler aufweist, unter der Bedingung, daß diese nicht verborgen werden.

 

"Genügend" erhält ein Hund, der seinem Rassetyp genügend entspricht, ohne dessen allgemein bekannte Eigenschaften zu besitzen bzw. dessen körperliche Verfassung zu wünschen übrig läßt.

 

"Nicht genügend" erhält ein Hund, der nicht dem durch den Standard vorgeschriebenen Typ entspricht, ein eindeutig nicht standardgemäßes Verhalten zeigt, mit einem Hodenfehler behaftet ist, einen erheblichen Zahnfehler oder eine Kieferanomalie aufweist, einen Farb- und/oder Haarfehler hat oder eindeutig Zeichen von Albinismus erkennen läßt. Dieser Formwert ist ferner dem Hund zuzuerkennen, der seinem Rassemerkmal so wenig entspricht, daß die Gesundheit des Hundes beeinträchtigt ist. Mit diesem Formwert muß auch ein Hund bewertet werden, der nach dem geltenden Standard einen schweren bzw. disqualifizierenden Fehler hat.

 

Ohne Bewertung ("Disqualifiziert") darf nur der Hund aus dem Ring entlassen werden, dessen Gangwerk, Gebäude, Gebiß, Haarkleid, Hoden, Rute usw. nicht durch den Zuchtrichter kontrolliert werden kann oder wenn sich am vorgeführten Hund Spuren von Eingriffen oder Behandlungen feststellen lassen, die einen Täuschungsversuch wahrscheinlich machen. Dasselbe gilt, wenn der Zuchtrichter feststellt, daß ein operativer Eingriff am Hund vorgenommen wurde (z.B. Lid-, Ohr-, Rutenkorrektur), der über die ursprüngliche Beschaffenheit hinwegtäuscht. Der Grund für die Beurteilung "ohne Bewertung" ist im Richterbericht anzugeben.

 

Platzierungen (§§ 19, 20 VDH-Zuchtschau-Ordnung)

Die besten vier Hunde einer Klasse sind vom Zuchtrichter zu platzieren (1. - 4. Platz), sofern diese mindestens die Formwertnote "Sehr Gut" erhalten haben

Wird ein Hund in den Ring gebracht, nachdem einer der Hunde der betreffenden Klasse bereits platziert ist, so scheidet er für die Platzierung aus. Er kann nur noch eine Formwertnote erhalten.

Als Kombination aus Formwertnote und Platzierung ergibt sich die Bewertung.
Zum Beispiel: V 1 - V 2 - V 3 - V 4 - V - SG...
oder SG 1 - SG 2
nicht jedoch: SG 1 - V 2 - SG 3

 

Anwartschaften

1. CACIB (Certificat d'Aptitude au Championnat International de Beauté - Anwartschaft auf den Titel "Internationaler Schönheitschampion")

Das CACIB kann nur in der Championklasse, der Offenen Klasse oder der Gebrauchshundeklasse vergeben werden. Das Mindestalter des Hundes muß 15 Monate betragen. Die Vergabe des CACIB liegt im Ermessen des Richters.

Vom Bewertungsrichter kann vorgeschlagen werden:
CACIB: Der beste Rüde und die beste Hündin einer Rasse, wenn diese mit "Vorzüglich I" bewertet sind, unabhängig von der Zahl der Konkurrenten.

CACIB-Reserve: Der zweitbeste Rüde und die zweitbeste Hündin einer Rasse, wenn sie mit "Vorzüglich II" bewertet sind. Der CACIB-Reserve-Hund kann aufrücken und auch das CACIB bestätigt bekommen, wenn er am Ausstellungstage mindestens 15 Monate alt war und überprüft wurde, daß der in Vorschlag gebrachte CACIB-Hund an diesem Ausstellungstage bereits den Titel "Internationaler Schönheitschampion" von der FCI zuerkannt bekommen hat.
Ebenfalls kann der CACIB-Reserve-Hund aufrücken, wenn der CACIB-Hund am Tag der Ausstellung noch nicht 15 Monate alt war oder sonstige Bedingungen nicht erfüllt hatte.

Über die endgültige Zuerkennung des CACIB und des Titels "Internationaler Schönheitschampion" entscheidet die FCI nach den gültigen Bestimmungen.

 

2. CAC-VDH (Anwartschaft auf den Titel "Deutscher Champion (VDH)")

Die Anwartschaften werden in der Offenen-, Champion- und Gebrauchshundeklasse - für Rüden und Hündinnen getrennt - in Wettbewerb gestellt.
Für den zweitbesten Rüden und für die zweitbeste Hündin jeder Klasse kann die Reserve-Anwartschaft vergeben werden.
Die Vergabe liegt in jedem Falle im Ermessen des Zuchtrichters.

 

Titel

1. "Internationaler Schönheitschampion"

Voraussetzung für die Vergabe des Titels "Internationaler Schönheitschampion" sind vier durch die FCI bestätigte CACIB. Diese müssen unter mind. drei verschiedenen Richtern in mind. drei verschiedenen Ländern erworben werden. Davon einmal im Heimatland des Hundeeigentümers oder im Ursprungsland der Rasse. Zwischen dem ersten und dem letzten CACIB muß ein zeitlicher Zwischenraum von mindestens einem Jahr liegen.

Für die Zuerkennung durch die FCI müssen der VDH-Geschäftsstelle die folgenden Unterlagen eingereicht werden:

- Vier CACIB-Vorschlagskarten;
- Fotokopie einer Ahnentafel des für den Titel vorgesehenen Hundes

Für Hunde, die Arbeitsprüfungen unterworfen sind, gelten Sonderregeln.

 

2. "Deutscher Champion (VDH)"

Der Titel "Deutscher Champion (VDH)"  wird an Rassehunde verliehen, wenn diese für vier Anwartschaften auf den Titel "Deutscher Champion (VDH)" vorgeschlagen wurden und die Vorschläge durch die VDH-Geschäftsstelle bestätigt worden sind.

Der Titel wird verliehen, wenn

-Vier bestätigte Anwartschaften nachgewiesen werden, von denen mindestens zwei auf internationalen oder Allgemeinen Zuchtschauen errungen wurden.,

 

 

Zwischen der ersten und der letzten Anwartschaft muß ein zeitlicher Mindestzwischenraum von 12 Monaten und einem Tag liegen.
Die Anwartschaften müssen unter mindestens drei verschiedenen Zuchtrichtern erworben sein.

Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann der Eigentümer des Hundes Antrag auf Verleihung des Titels "Deutscher Champion (VDH)" bei der VDH-Geschäftsstelle stellen. Dazu sind die vier bestätigten Anwartschaften sowie eine Fotokopie der Ahnentafel vorzulegen.

 

Literaturhinweise

"Gutes Handling - Der bessere Weg zum Ausstellungserfolg" von Elke Peper, erschienen im Kynos Verlag, ISBN 3-929545-16-0

"Wir stellen unseren Hund aus - Alles über Hundeschauen; Vom Anfänger zum Profi" von Barbara Müller, erschienen in der Reihe "Ratgeber rund um den Hund" im Müller Rüschlikon Verlag, ISBN 3-275-01370-X

 

Meine Zucht ist staatlich geprüft und ich habe die Voraussetzungen (regelmässige Überprüfung der Zuchtstätte durch das Veterinäramt, Fachkenntnis, Sachkundenachweis, Zuverlässigkeit, Strafregisterauszug u.s.w.) für die Hundezucht erfüllt und die dafür erforderliche, amtliche Genehmigung nach § 11, Absatz 1 des Tierschutzgesetz, für das Halten und die Zucht von Hunden erhalten.

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